Montag, 4. Dezember 2006

Mythenumrundung 03. Dez. 2006

MYTHENUMRUNDUNG MIT ABSTECHER INS ALPTAHL
Das gute Wetter ausnützend nahm ich mir den ganzen Samstag Zeit noch einmal eine Biketour dieses Jahr zu unternehmen, ein Spontanentscheid am Samstag Morgen um 8 Uhr.
Tagesziel dieser Tour die allseits bekannten Mythen, direkt neben Schwyz und Brunnen. Eine Biketour die mir schon lange auf dem Herzen lag. Gemäss meinen Recherchen gibt es zwei generelle Fahrmöglichkeiten, welche auch anderswo beschrieben sind: Eine einfache mit 2/3-Anteil Schwarzbelag und eine schwierige mit erhöhtem Fahrtechnikwissen. Ich entschied mich für letztere, Startpunkt Rothenturm.

Von Rothenturm gehts erst einmal für einen Kilometer Richtung Sattel, in die Hasenmatt. Diese Strecke kann links der Hauptstrasse auf einem kurzweiligen Singletrail bewältigt werden und bildet eine angenehmene Aufwärmphase.



Einige Meter Runter zur Kirche, dann den Wegqweiser Richtung Hochstrckli, Haggenegg folgen. Dieser Teil der Strecke erolgt zuerst einmal auf Asphalt und wechselt dann auf Schotter. Alles angehm zu fahren und bereits nach einer halben Stunde erreichte ich die ersten Aussichtspunkte für die es sich lohnte die Knipse auszupacken.



Die Spilmettlen ist erreicht (einer der höchsten Punkte der Tour (ca. 1500 M.ü.M), ich überquerte den wiesiegen, sumpfigen Grat Richtung Hochstuckli. Am Waldrand schlug ich dann den Weg Richtung Hochstuckli ein welcher schwierig zu fahren ist da Alles im Steilhang und somit das Absturzrisiko zu gross ist. Entschädigt wird man aber mit einer grandiosen Aussicht vom Punkt 1565.7.
Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten zum Haggenegg zu kommen:

1. Man trägt das Bike 50 HM hinauf (Weiterer Aussichstpunkt) und dann rund 200 Meter über ein Privatgelände zumnächten Wegweiser.

2. Man fährt alles zurück zum genanten Waldrand und hält sich dann linksseitig dem Weg folgend zur nächsten Kreuzung.

Es sei hier erwähnt, dass das Privatgelände wirklich ein Privatgelände ist, der zuständige Bauer wies mit Nachdruck darauf hin...

Man darf die 200 Meter lange Grasböschung aber für exakt 26.- Farnken passieren (Warum exakt 26 Franken hab ich nicht gefragt). Natürlich konnte mich der alte Gauner mal gehörig am Arsch lecken, ich fuhr zurück zum Waldrand.
(Dieses frustrierte Exemplar eines Bergmenschen wurde auch schon unter www.Trail.ch erwähnt. Ich hatte gehofft, er wurde mir heute nicht begegnen).


Nach einem kurzen Teilstück erreicht man auf einem einfach zu fahrenden Bergweg Haggenegg. 100 Meter hoch zum Restaurant auf Asphalt, direkt an der Restaurantterrasse entlang steigt man in einen rassigen Singletrail ein der 200 HM tiefer in einen Waldweg endet.

Diesen folgte ich dann bis zu seinem Ende wobei ich erst zweimal schauen musste bis ich den Einstieg eines weiteren Singletrail 20 Meter vor dem Ende erkannte (Wegwesier). Dieser Weg wurde der fahrtechnsiche Höhepunkt. Felsen, Wurzeln, loses Gestein, gepaart mit teilweise stark abfallenden Rampen liessen auch mich alten Routinier jauchzen.

Der Trail endet in einem befahrbaren Bergweg mit einigen Anstiegen. An der Hasli beginnt nun der unangenehmste Teil der Tour, rund 10-15 Minuten Stossen, hoch entlang eines schwarzen Trails. Oben angekommen nahm ich die letzten 250 HM auf aspahltiertem Belag unter die Räder bis dann schlussendlich Holzegg vor mir auftauchte.


Hier wartete ein weiterer Höhepunkt desTages: Ein schier endloser, einfacher Bergweg mit viel Flow entlang den Ostwänden des Mythenmassivs.
Am Ende mit ein paar Steigungen versehen endet der Weg oberhalb der Haggenegg - Ich hatte die Mythen umrundet!

Nun könnte man zurück über Hochstuckli zur Spilmettlen fahren und den gleichen Weg zurück auf der Waldautobahn runter nach Rothenturm fahren. Machte ich aber nicht da ich es aus Prinzip hasse, zweimal den gleichen Weg zu fahren.


DER ALBTRAUM BEGINNT:
Ich entschied mich runter auf der Alpthal-Seite bis nach Madlosen zu fahren von wo ein Trail oberhalb des Vogelwaldtobels durch den Wald direkt nach Rothenturm führte.

Soweit so gut, Nach einigen hundert Metern auf eiem Forstweg vermutete ich den Bergweg Richtung Tobel, langsam machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar, die Beine wurden Müde.
Es folgte auf ruppigem Untergrund eine rund 45 Minütige Schieb- und Fahrpassage, die auf einer Alp endete - irgend etwas ist falsch!

Und tatsächlich, der Weg konnte nicht stimmen! Ich fuhr rund 200HM für nichts und wieder nichst hinauf! Nachdem ich den Forstweg wieder erreichte entschied ich mich aufgrund der etwas unklaren Wegsituation und fehlender Wegweiser ganz nach Alpthal hinunter zu fahren und dann zu entscheiden wie ich den Bergrücken passiere. Es dunkelte ein.
Ich fuhr auf der Strasse weiter bis nach Schnüerlismatt wo dann endlich ein Wegweiser die Richtung nach Rohtenturm verkündete. Obwohl langsam mit den Kräften durch, entschied ich mich für den Aufstieg um ein Fahren auf Landstrassen ohne Licht zu entgehen.


DER MOND, DER WALD UND ICH
Es war bereits dunkel - nur der Vollmond erbarmte sich meienm Schicksal und spendete Licht.
Endlose Kehren reihten sich auf aspahltiertem Belag bis zur wichtigen Abzweigung die ich natürlich verpasste. 20 Minuten später erkannte ich die Situation und konnte dank dem Bildschirmlicht des Handys gemachten Fehler auf der Karte bestätigen.

Schon wieder Kraft vergeudet - der letzte Powerriegel ist schon weg.

Wenigstens musste ich nun nur noch auf diesem Weg folgen - es kann nur geradeaus gehen. Dennoch stoppte ich bei jedem Wegweiser den ich in der Dunkelheit erkennen konnte und checkte die Richtung mit Hilfe meines Handylichts. Endlos fuhr ich durch die Nacht, mitten im Nirgendwo. Ohne Licht und ohne Kraft. Links, Rechts vorne und hinten Berge die ich nicht kannte. Aber ich fühlte mich dennoch gut. Ich lachte darüber in so eine Scheisse geraten zu sein, wie kann man nur? Wenn ich keine weiteren Termine für den Samstag Abend gehabt hätte, es wär egal gewesen wie lange der Ritt noch dauert. Wenn nur diese schwindenden Kraftreserven nicht wären. In der Zwischenzeit sind rund 2 Stunden seit meiner Mythenumrundung vergangen. Selbst leichte Anstiege wurden zur Qual und zuguter Letzt nicht mehr fahrbar - Ich stosse das Rad.


EINFACH ABWÄRTS
Die Zeit vergeht und ich warte sehnsüchtig auf die Abfahrt nach Rothenturm, sie lässt auf sich warten. Irgendwann wirds mir zu bunt, es reicht ich kann nicht mehr! Ich nehme den erstbesten Waldweg den Berg runter, es ist mir egal wo ich unten ankomme. Der Weg scheint neu zu sein, exzellenter Zustand, ich fühle mich gut, das Ziel scheint nah, ja da ich erkenne die Lichter Rothenturms tief unter mir, ich habs geschafft!!!...bis der Weg im Nirgendwo endet.
"Das kann doch nicht wahr sein, das kann doch nicht wahr sein!" schreie ich vor mich hin. Was soll noch passieren - es reicht für heute!

Ichs setze mich auf den Waldweg und krame die Karte und das Handy hervor. Ich denke schon an Übernachtungsmöglichkeiten hier im Wald und studiere erneut die Karte. "Mist!" Ich glaube auch die "richtige" Abfahrt verpasst zu haben. Der Massstab dieser Bikekarte macht mir immer wieder Probleme.
Ich kämpfe mich Schritt für Schritt den den Weg hoch. Oben angekommen rolle ich nahezu im Schritttempo zurück und hoffe im Dunkel der Nacht die Abzweigung zu erkennen. Und tatsächlich, da ist sie ja, mit Wegweiser! Warum zum Teufel nicht gleich so?

Nix wie runter, ich lasse es rollen. Ich erreiche den Waldrand, die Lichter der Stadt kommen näher - Jaaaaa, ich bin gerettet, mich kriegst du nicht, du verfluchter Berg!

Ich taste mich entlang entlang eines Stacheldrahtzaunes und bemerke, dass ich den Weg verloren habe. Scheissegal - querfeldein! Nur noch runter, nur noch runter! Ahh jetzt ja, ein Weg, nein eine Strasse mit Asphalt. Ich fühle mich so gut.


GESCHAFFT!
Ich lasse es gemütlich bis zum geparkten Auto runter rollen. Was für eine Mördertour! So am Anschlag war ich schon lange nicht mehr. Der Tacho zeigt 6.50 Stunden Fahrzeit, 8.15 Stunden Gesamtfahrzeit und 2300 HM an. Wo zum Teufel verlor ich dermassen Zeit?

Es geht mir gut. Ich verschlinge die im Auto gelagerten Banananen und Äpfel. Ich muss mich sputen. In zwei Stunden warten die Freunde in ner Bar in Zürich....


ICH BEREUE NICHTS!

Ein weiteres Erlebnis das mir keiner nehmen kann. Ich bin stolz auf mich das Ding durchgezogen zu haben, dass ich durch die Scheisse geschwommen bin statt zu ersaufen.

So leicht bringt mich Nichts um!